Hacker-Kultur -Dubiose Kriminelle oder professionelles Geschäft?

Im Rahmen der Aktionstage für Netzpolitik und Demokratie, die vom 10. bis zum 14.11.2020 stattfinden, hat sich die Stadtbibliothek Wolfsburg mit einigen relevanten Themen auseinandergesetzt und diesen Artikel verfasst.
Mehr zum Thema Internet, Datenschutz und Netzpolitik hier: https://www.netzpolitische-bildung.de/

In Zeiten wie diesen, in denen viele Menschen mehr und mehr auf Technologie in ihrem Alltag angewiesen sind, wächst Online-Kriminalität zu einer immer größeren Bedrohung. Besonders seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie gab es laut dem FBI weitaus mehr Fälle von Internetverbrechen, da mehr Menschen von zu Hause gearbeitet haben. Einer der Verursacher solcher Kriminalität sind Hacker. Doch was genau ist ein Hacker und sind alle Hacker Verbrecher?

Hacker sind Personen, die ihre Fähigkeiten nutzen, um Schwachstellen in technischen Geräten, Netzwerken und Ähnlichem zu finden oder zu kreieren. Normalerweise ist das illegal und damit ein Verbrechen. Die Medien stellen Hacking gerne als relativ simplen Prozess dar, der Hacker tippt einige Wörter oder Nummern in den Computer und klickt ein paarmal mit der Maus und schon ist er in jedem System und hat Zugriff auf alle Daten. Doch in Wirklichkeit ist Hacking um einiges komplizierter und wird aus verschiedenen Gründen und auf viele verschiedene Arten umgesetzt. Zum Beispiel für persönliche Vorteile, (wie beim Diebstahl von persönlichen und finanziellen Informationen) als Protest, (bei Organisationen wie Anonymous) zum Ausspionieren von Geschäftskonkurrenten oder einfach wegen des Nervenkitzels.

Auch wenn die Natur des Hackings eher im technologischen Bereich liegt, ist Psychologie ebenfalls im Spiel, um Personen auszutricksen und ihnen „Malware“ (Software wie Viren und Würmer, die Störungen und Schäden verursachen) unterzujubeln.

Hacker, dessen Fokus eher in den illegalen Bereichen liegen, werden als „Black Hat“- Hacker bezeichnet. Das ist eine Anspielung auf alte Western-Filme, in denen die Bösen oft mit schwarzen Hüten dargestellt werden. Doch alleine schon, um sich gegen böswillige Hacker zu schützen, wird Hacking auch zum Schutz der eigenen Daten verwendet. Heutzutage ist Technologie ein entscheidender Bestandteil sowohl für Unternehmen als auch Individuen. Daher werden sogenannte „White Hat“ oder Ethical- Hacker von solchen Firmen und sogar von der Regierung angestellt, um deren Onlinesicherheit und Schutzmaßnahmen für dieselbe zu testen, Schlupflöcher zu finden und Lösungen für die gefundenen Schwachstellen zu empfehlen. Ohne diese “moralischen” Hacker gäbe es bei Weitem weniger technologische Schutzmaßnahmen, als wir sie heute haben. Wie auch alles andere ist die Welt des Hackings nicht nur Schwarz und Weiß. So gibt es auch „Grey Hat“-Hacker, welche ähnlich wie Black Hats, ungefragt in Systeme eindringen. Danach benachrichtigen sie die Organisationen und Firmen und bieten Lösungen oder Informationen über die Schwachstellen, die sie entdeckt haben, oft im Gegenzug für Geld.

Nicht nur größere Unternehmen und Organisationen ziehen die Aufmerksamkeit von Hackern auf sich. Oft sind auch Prominente oder ganz normale Menschen Opfer von Hackangriffen. Vor Kurzem wurde bekannt, dass auch Donald Trump anfällig für Hacker ist. Der Niederländer Victor Gevers hatte laut eigenen Angaben das Passwort zu Trumps Twitter Account innerhalb von 5 Versuchen erraten und Zugang zu seinem Account erhalten, ganz ohne Hacking. Er zeigte sich überrascht, dass der Account anscheinend nicht einmal die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert hatte, die allen Nutzern empfohlen wird. Twitter dementierte den vermeintlichen Zugriff, da keine Daten in ihrem System darauf hinweisen, doch schon 2016 hatten drei niederländische Hacker, zu denen auch Gevers gehörte, sich Zugriff zum Twitter Account des damaligen US-Präsidenten verschafft. Nachdem er die Schwachstelle dem Weißen Haus gemeldet hatte, änderten diese das Passwort, und der Secret Service bedankte sich angeblich bei Victor Gevers.

Augenscheinlich wird es von Tag zu Tag wichtiger, die Wichtigkeit von Online-Sicherheit zu verstehen. Deshalb sollten wir alle unser Bestes tun, um uns und unsere Daten zu schützen.


Dazu sind hier einige Tipps:

  • Investiere in ein gutes Antivirenprogramm, das davor schützt, auf gefährliche Webseiten oder Inhalte zuzugreifen.
  • Vermeide es, dieselben oder zu ähnliche Passwörter für mehrere Accounts zu verwenden. Sollte ein Hacker auch nur ein Passwort erlangen, hat er sonst eventuell Zugriff auf alle Accounts, auf denen das Passwort verwendet wurde.
  • Wo auch immer es möglich ist, aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung für weiteren Schutz.
  • Halte deine Systeme (z. B. Windows) aktuell. Sicherheitslücken werden oft mit neuen Updates beseitigt.
  • Lade nur Apps und andere Inhalte von seriösen Quellen herunter und prüfe wenn möglich die Bewertungen der Apps bzw. Inhalte, bevor du sie herunterlädtst.
  • Vermeide es, mit verdächtigen E-Mails zu interagieren, und klicke niemals auf verdächtige Links in denselben, da dies eine verbreitete Methode ist, Malware und Viren zu verbreiten oder Daten zu stehlen.
  • Vergiss nicht, Organisationen wie die Bank oder andere Unternehmen fragen normalerweise nie über E-Mails nach Log-in-Daten oder Zahlungsinformationen!

-Rae

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