Das Darknet – Nützlich oder nur für Kriminelle?

Im Rahmen der Aktionstage für Netzpolitik und Demokratie, die vom 10. bis zum 14.11.2020 stattfinden, hat sich die Stadbibliothek Wolfsburg mit einigen relevanten Themen auseinandergesetzt und diesen Artikel verfasst.
Mehr zum Thema Internet, Datenschutz und Netzpolitik hier: https://www.netzpolitische-bildung.de/

Wer sich viel im Internet bewegt oder auch nur Nachrichten über dasselbe verfolgt, wird den Begriff mit Sicherheit schon einmal gehört haben. „Das Darknet“, oft beschrieben als eine Art geheimer online Treffpunkt für kriminelle Aktivitäten von Drogen bis Menschenhandel. Doch was genau ist das Darknet und lässt es sich auch legal nutzen?

Bevor wir darauf eingehen, müssen wir erstmal etwas genauer zwischen den verschiedenen Seiten des Internets differenzieren. Das Internet wie die meisten Menschen es kennen und nutzen, auch Clear Web genannt, ist ein leicht zugänglicher Bereich und mit Google oder anderen Suchmaschinen durchsuchbar. Es wird viel überwacht und kontrolliert, doch es ist nur die Spitze des Eisbergs, der das gesamte Netz ausmacht. Darunter existiert das Deep Web, das in den Medien oft mit dem Darknet gleichgesetzt wird.

Dem ist nicht so, denn das Darknet ist nur ein kleiner Teil des Deep Webs, welches mit ca. 90 % des gesamten Internets der umfangreichste Bereich desselben ist. Im Deep Web befinden sich hauptsächlich Online-Speicher und Datenbanken sowie E-Mail-Konten. Diese sind nicht direkt von Suchmaschinen indexiert, aber man kann von jedem Browser darauf zugreifen, solange man einen Zugang und ein Passwort hat. Zugriff auf das Darknet bekommt man nur mit besonderer Software, da diese Webseiten eine spezielle Verschlüsselung benötigen. Zudem sind viele Seiten des Darknets nur mit einer Einladung und Passwort betretbar.

Wie benutzt man also das Darknet? Zum Beispiel mit dem Tor-Browser, der wohl bekannteste Eingang ins Darknet. Tor steht für „The Onion Router“, denn anders als im Clearweb verbindet sich der Browser nicht direkt mit dem Server der Webseite, die man aufrufen möchte, sondern ähnlich wie bei einer Zwiebel, sendet die Daten durch erst mehrere „Schichten“. Durch die Verwendung von mehreren Servern bei der Verbindung wird ein hohes Level an Anonymität erreicht.

Auch das Darknet ist nicht zu 100 % sicher und anonym. Jede Software ist manipulierbar und eine Zurückverfolgung kann nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich können Daten wie Kreditkarteninformationen oder Adressen wie auch in anderen Browsern ausgelesen werden. Es gibt besondere Suchmaschinen, die man im Darknet benutzen kann, allerdings müssen die Betreiber ihre Seiten aktiv in ein Verzeichnis eintragen, damit die Suchmaschinen diese finden können. Daher findet man bei Weitem nicht alles.

Die Anonymität des Darknet wird natürlich für kriminelle Aktivitäten ausgenutzt. So findet man Onlineshops, die Drogen, Waffen oder gestohlene Kreditkarteninformationen anbieten oder andere illegale Dienste. Doch auch Journalisten, Menschenrechtsorganisationen oder Menschen, die Informationen teilen, welche ihre Sicherheit gefährden könnten, z. B. Whistleblower wie Edward Snowden verwenden es. Zudem wird das Darknet in Ländern genutzt, in denen die Meinungsfreiheit nicht gegeben ist, um in relativer Sicherheit seine Meinung zu teilen.

Das Internet in seiner Gesamtheit hat viele Facetten und das Darknet genauso, daher wäre es falsch zu behaupten, dass es nur für Kriminelle existiert und alles, was man dort findet, illegal und moralisch verwerflich ist. Jeder kann und darf das Darknet benutzen, es kommt nur darauf an, auf welche Weise.

-Rae

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.