TOMMI – Deutscher Kindersoftwarepreis 2019

An der Play Station, auf der Switch oder dem iPad Spiele testen, dazu Kekse essen und weder in Mathe, noch Deutsch oder gar Geschichte schwitzen. Ein Traum für wahrscheinlich so gut wie jeden Schüler. Und genau dieser Traum ging jetzt für jeweils eine sechste und achte Klasse des Ratsgymnasiums hier in Wolfsburg tatsächlich in Erfüllung.

Denn wir, die Stadtbibliothek, nahmen auch in diesem Herbst wieder am alljährlichen TOMMI teil. TOMMI, der Deutsche Kindersoftwarepreis, wird im Oktober 2019 bereits zum 18. Mal auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Prämiert werden je drei Produkte für die Kategorien PC, Konsole und Elektronisches Spielzeug. Außerdem gibt es einen Sonderpreis Kindergarten & Vorschule sowie einen App-Preis. Und dabei haben die Kinder als Jury natürlich das letzte Wort.

So versammelte sich also auch unsere Jury in den letzten beiden Wochen an jeweils zwei Tagen zum Testen und Bewerten der Spiele in unserer Bibliothek. Als Treffpunkt bieten wir aber nicht nur einen Raum zum Austausch, sondern stellen auch ein vielfältiges Angebot neuer Medien zur Verfügung, sodass allen Kindern – sofern sie zwischen sechs und dreizehn Jahren alt sind –  die gleiche Chance zuteilwird, in der Jurytätigkeit mit eingebunden zu werden.

Die Intention dahinter ist natürlich nicht nur Mathe, Deutsch oder Geschichte zu verpassen. Sondern vielmehr, negativen Schlagzeilen über Computerspiele eine Liste guter und sinnvoller Spiele entgegenzusetzen und die Kinder zu einem kritischen Umgang zu erziehen, ihre Medienkompetenz zu fördern und auch den Eltern einen Überblick im Spieledschungel zu verschaffen. Denn TOMMI zeichnet hochwertige Kindersoftware aus und schützt so vor nicht kindgerechten Inhalten in unserem Medienzeitalter.

Um nun also für jede Kategorie diejenigen Spiele zu ermitteln, die sich, laut Jury, gegenüber den anderen durchsetzen konnten, wurden unter allen Teilnehmern Fragebögen verteilt. Zu bewerten waren jeweils die Kategorien Spielspaß, Verständlichkeit, Steuerung und Design oder Grafik. Zusätzlich sollte neben einer kurzen Beschreibung des getesteten Spiels aufgezählt werden, was gut und was weniger gut daran gefallen hat. Auf einem zweiten Fragebogen konnte dann der persönliche Favorit eingetragen werden.

Besonders großer Beliebtheit erfreute sich bei uns unter anderem der sogenannte „Landwirtschaftssimulator“, der – wie der Name schon vermuten lässt – eine Farmlandschaft mitsamt anfallender Tätigkeiten inszeniert. Die Frage, ob irgendjemand unter den Schülern tatsächlich Landwirt werden wolle, verneinten jedoch alle Kinder einstimmig. Der Reiz dieses Spiels liege vielmehr darin, dass es keine Regeln gäbe. „Man kann auch Autos fahren und die sogar im Wasser versenken. Und die Wände hochlaufen!“, verriet eine Schülerin begeistert. Ob darin nun der tatsächliche Sinn des Spiels liegt, lässt sich bezweifeln – dennoch, der „Landwirtschaftssimulator“ war schon mal ein voller Erfolg.

Ein weiterer Jury-Favorit war GraviTrax, eine Murmelbahn – ja, eine richtige Murmelbahn. Doch erforderte der Aufbau dieses zugegebenermaßen doch sehr futuristisch aussehenden Modells etwas mehr Geschick und Kreativität, als sich zuerst vielleicht vermuten lässt. Und gerade das schien die Kinder ganz besonders zu reizen.

Dieser kleine Igel Roboter nennt sich Nuna und ist ein Teil der Kategorie Elektronische Spielzeuge.

Welche Spiele jedoch schlussendlich das Rennen machen und den TOMMI Kindersoftwarepreis 2019 gewinnen, entscheidet sich am 18. Oktober, auf der Frankfurter Buchmesse. Und das, dank der deutschlandweit so zahlreich in den Bibliotheken zusammengekommenen Jurymitglieder. Gute Arbeit!

Lalü

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