Drogen Prävention – Eine Ausstellung von Roberto Carlos Espinoza

Wer demnächst an den Schaufenstern unserer Bibliothek entlangschlendert, wird beim Anblick der mit toxisch-blauer Flüssigkeit gefüllten Spritzen, dem hier und da verstreuten weißen Pulver, den Tütchen mit fragwürdigem grünem Inhalt und den vielen, in den verschiedensten Formen und Farben herumliegenden, Tabletten womöglich erstmal verwundert stehen bleiben. Sich vielleicht fragen, seit wann Drogen als Schaufenster-Deko benutzt werden dürfen. Oder ob das wohl alles echt ist?

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„Drogen allgemein bringen dich an drei Orte…
– ins Gefängnis.
-ins Krankenhaus.
-oder am Ende auf den Friedhof.“

Um also gleich vorab die wichtigste Frage zu klären: Nein, nichts davon ist echt (bis auf den Alkohol und die Zigaretten). Natronpulver statt Kokain, Glassplitter an Stelle von Crystal Meth und Oregano als Cannabis-Ersatz, sorgen jedoch dafür, dass die Installation täuschend echt wirkt. Denn, um zu schockieren, zu provozieren, sollte alles so real wie möglich dargestellt werden – natürlich ohne tatsächlich echt zu sein.

Die Intention dahinter: Aufsehen erregen. Aufmerksam machen, auf den immer größer werdenden Drogenmissbrauch und -handel.

Weltweit konsumieren rund 271 Millionen Menschen Drogen. Mehr als dreimal so viele Menschen, wie in Deutschland leben.

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Alles Handarbeit – Sogar die lebensgroße Puppe bastelte Espinoza selbst, wobei ein Freund den Kopf aus einem Luftballon entwarf!

Dennoch, mit seiner Ausstellung im Schaufenster unserer Bibliothek, will der aus Ecuador stammende Roberto Carlos Espinoza nicht einfach nur Aufmerksamkeit erregen – oder gar blankes Entsetzen hervorrufen beim Anblick der lebensgroßen Puppe, der die Ecstasy-Spritze noch im Arm steckt. Sondern vor allem warnen, vor den nicht nur körperlichen sondern auch seelischen Schäden, die der Konsum von Drogen unweigerlich mit sich bringt.

Die Tatsache, dass Espinozas Cousin vor Jahren selbst in die Drogenabhängigkeit geriet, brachte ihm das Thema letztlich auch durch diesen persönlichen Bezug näher. Es war der Anstoß, neben anderen Ausstellungen, erstmals etwas zur Thematik „Drogen-Prävention“ zu entwerfen. Zusätzlich noch gestärkt wurde er in seiner Idee, durch den Umstand, dass der Drogenhandel nicht nur in seinem Heimatland, sondern in ganz Süd-Amerika geradezu floriert.

Heutzutage erfreuen sich jedoch auch in Deutschland Drogen einer immer größeren Beliebtheit. Vor allem der Cannabis Konsum ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Doch auch wenn das gepresste Harz der Hanfpflanze oder ihre getrockneten Blüten und Blätter nur selten körperlich abhängig machen, kann der Konsum dennoch zu Psychosen, Wahnvorstellungen, Angstzuständen und auf längere Zeit sogar zu messbaren Veränderungen der Hirnstrukturen führen. Kurzum: Ein häufiger Konsum macht schlichtweg dumm.

Doch Cannabis, oft als „Einsteiger-Droge“ bezeichnet, stellt häufig eben nur einen ersten Schritt zu weitaus gefährlicheren Chemikalien da. Viele Konsumenten, so Espinoza, wüssten jedoch nichts, von den schädlichen Stoffen, die in Drogen enthalten sind – wie zum Beispiel Benzin nur einer der Bestandteile ist, aus denen sich Kokain zusammensetzt.

Um also ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen, ist diese Ausstellung, zusammen mit einigen unserer Bücher zur Thematik – von Sachbüchern bis hin zu Autobiographien – bis Ende Oktober im Schaufenster der Stadtbibliothek zu sehen.

Für tiefere Einblicke in das Leben mit einer Drogenabhängigkeit und ihre zerstörerischen Auswirkungen auf Körper und Geist, stehen alle ausgestellten – und natürlich viele weitere – Bücher bei uns zum Ausleihen zur Verfügung.

Lalü

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