Rezension: Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag

 

Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag

Verlag: Heyne fliegt

Seitenanzahl: 400

Erstausgabe: 06.03.2017

Genre: Jugendbuch, LGBT

Klappentext:

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Meinung:

Die Pubertät ist eine schwierige Zeit, Homosexualität leider noch immer ein schwieriges Thema. Damit hat Autorin Anne Freytag eine sehr spannende Basis für ihren neusten Roman geschaffen.

Mal wieder konnte mich die Sprache von Anne Freytag umhauen. Ich hatte die erste Seite noch nicht einmal beendet und war schon total begeistert.

Die Handlung ist an vielen Stellen sehr realistisch gehalten, gleichzeitig gibt es einen allanwesenden Hauch von Kitsch, welcher allerdings nie zu stark wird. Dies gefällt mir unheimlich gut! Hinzu kommt das Tempo, welches Schwung in die Geschichte bringt und wenig Raum für Langatmigkeit lässt. Obwohl doch recht viel Zeit vergangen ist, habe ich mich aber auch nie gehetzt oder überrumpelt gefühlt.

Sophie selbst ist in einer schwierigen Phase was einen die Autorin auch nie vergessen lässt. Keinesfalls ist sie der perfekteste oder sympathischste Charakter, dem man je begegnet ist, dafür aber umso menschlicher. Gerade was die Konflikte zwischen ihr und ihrem Vater, sowie dessen Freundin anbelangt macht Sophie einen sehr authentischen Eindruck, da ist nichts zu viel oder zu wenig. Auch die Art und Weise wie sie sich ihrer Sexualität bewusst wird ist wirklich verblüffend real.

Alex ist Sophies Nachbarin, toll an ihr finde ich wie sie über ihren Schatten springt und für Sophie einsteht, andererseits siegt auch oft ihre Angst, dennoch ist sie rundum ein sehr sympathischer Mensch, der nach außen hin sehr stark wirkt egal wie es ihr wirklich geht. Auch ihre Entwicklung fand ich toll!

Lukas ist Sophies bester Freund, welcher Sie teilweise besser kennt, als Sophie sich selbst. Er wohnt in Paris Sophie in München, aber das ist unwichtig für die beiden, trotz der Distanz sind sie nicht auseinander zu kriegen! Allerdings ist da etwas, dass mich bim Lesen an ihm extrem aufregen konnte… Er hat Sophie immer “Flittchen” genannt. Auch wenn die Hintergrundgeschichte ganz lustig ist und ich ihn eigentlich wirklich mochte, war dieser Name eine echte Frustration für mich.

Alles in allem bietet das Buch neben dem verblüffenden Schreibstil das Buch eine wirklich gute Geschichte über Freundschaft, Liebe und Familie. Eine weitere Besonderheit, ist der LGBT – Faktor, welcher ebenfalls in dem Buch zum Tragen kommt. Ich denke jeder, der bereit ist sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen sollte diesem Buch eine Chance geben!

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße,

Eve, eure FSJlerin aus dem Medienzentrum

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