Programmieren leicht gemacht mit Calliope Mini

Gibt man den Begriff Calliope bei Wikipedia ein, erhält man 17 verschiedene Treffer für diesen Begriff. In diesem Beitrag soll es aber nicht um eine Muse der griechischen Mythologie oder eine Stadt in Australien gehen, sondern um eine kleine sternförmige Platine, eine Art Minicomputer, mit dem Grundschulkinder spielerisch in die Welt des Programmierens eintauchen können. Streng genommen heißt dieser Computer auch nicht nur Calliope, sondern Calliope Mini.

Calliope Mini wurde entwickelt, um Kindern in der dritten Klasse spielerisch Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen und sie die Grundlagen des Programmierens entdecken zu lassen. Dafür sollen bundesweit Grundschulen mit Calliope Mini ausgestattet werden. In Niedersachsen werden derzeit in Kooperation mit dem Kultusministerium und dem NLQ 30 Pilotschulen ausgestattet und geschult, auch Wolfsburg ist dabei. Im Rahmen der Initiative Wolfsburg Digital erhalten alle Grundschulen durch Volkswagen AG die Möglichkeit, Pilotschulen zu werden. Einige Grundschulen haben sich bereits beworben und an einer Schulung teilgenommen, sie bekommen zudem kostenlos Calliope Minis zur Verfügung gestellt, um das Gelernte gleich umzusetzen.

Doch auch für alle anderen Schulen (nicht nur Grundschulen) in Wolfsburg besteht die Möglichkeit, sich mit Calliope Mini zu beschäftigen. Im Medienzentrum steht ein Klassensatz mit Zubehör zum Verleih zur Verfügung. Dort können auch Schulungen vermittelt werden, die durch das Fraunhofer Institut bzw. die Inititative Open Roberta durchgeführt werden. Bei Interesse bitte bei Frauke Gruner, Tel. 05361 7738-47 oder frauke.gruner@stadt.wolfsburg.de melden.

Doch was genau kann denn nun Calliope Mini und was braucht man dafür? Auf der Platine des Calliope Mini befinden sich mehrere LED-Leuchten, zwei programmierbare Buttons, ein kombinierter Lagesensor mit Bewegungssensor und Kompass sowie ein Bluetooth-Modul, mit dem der Calliope Mini drahtlos mit anderen Geräten kommunizieren kann. Das selbstgeschriebene Programm kann aber auch ganz einfach per USB übertragen werden. Programm ist das richtige Stichwort: für die Programmierung benötigt man lediglich einen PC mit Internetzugang, denn die Programmieroberfläche wird online über den Browser aufgerufen. Es muss also keine extra Software installiert werden. Es stehen verschiedene Editoren, also Programmieroberflächen zur Verfügung: der Calliope Mini Editor, der PXT-Editor oder Open Roberta Lab. Alle Editoren sind kostenlos und ohne Programmierkenntnisse nutzbar. Das Beherrschen einer Programmiersprache ist nicht notwendig, denn die Programmierung erfolgt über eine grafische Oberfläche (ähnlich wie bei Scratch) Wie so etwas aussehen kann, zeigen folgende Beispiele:

Calliope Mini “verabschiedet” sich mit dem Schriftzug “Goodbye”, sobald es im Raum zu dunkel wird (Lichtsensor)

 

Calliope Mini als Würfel (Lagesensor)

Mithilfe des Editors lassen sich nun verschiedenste Aufgaben lösen. So kann Calliope Mini beispielsweise als Würfel oder als Schrittzähler fungieren, man kann aus ihm eine Mini-Spielekonsole machen und Schnick-Schnack-Schnuck spielen oder ihn als Alarmmelder benutzen, der anzeigt, dass es im Klassenzimmer gerade zu laut ist und noch viel, viel mehr. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Viele praktische Beispiele für die Nutzung des Calliope Mini sind auf der Projektwebsite zusammengetragen.

In Aktion kann das z.B. so aussehen:

[videopress n6KV4pOE]

 

Vielen Dank an Philipp Sander und Annika Traßl-Wilterius für das Video! Philipp macht sein FSJ Kultur im Medienzentrum und Annika schnuppert momentan als Praktikantin in die medienpädagogische Arbeit hinein. Beide hatten übrigens sehr viel Spaß beim Programmieren und Filmen 🙂

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.