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Hallo Welt!

Nerds [Nerd = engl. für Schwachkopf] verfügen über herausragende Videospiel- und Computerkenntnisse und verbringen ihre Freizeit hauptsächlich vor dem Bildschirm. Oftmals sozial isoliert, aber mit speziellem Wissen ausgestattet, bedienen sie das Klischee des einsamen, unverstandenen Außenseiters. Der Vorgänger dieses Charakters stammt aus den Siebzigerjahren. Er ist zumeist bebrillt und unfrisiert und geht skurrilen wie gleichermaßen einsamen Freizeitbeschäftigungen wie beispielsweise dem Löten von Kleinteilen nach … besagt zumindest das Wörterbuch der New Economy (abgerufen von Stadtbibliothek Wolfsburg am 15.2.2018 via Munzinger Online).

Wieviel Nerd genau nun in jedem von uns steckt, das verrät der Nerd-o-mat des SpOn. Betrachtet man die – zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten – Fragen, fallen wohl mehr Individuen als zunächst angenommen in dieses Raster.

Persönlichkeiten wie Bill Gates, Paul Allen und die Steve-Fraktion Ballmer, Jobs und Wozniak gehören zu den bekanntesten Vertretern innerhalb dieser Kategorie. Apropos. Stefan – beziehungsweise Steve als dessen englische Variante – stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Der Gekrönte.

So bescheinigte ein IQ-Test Apple-Mitgründer Steve Wozniak, in der Anfangszeit Hand und Hirn der Firma, einen Intelligenzquotienten von über 200. Zur Veranschaulichung: Schon ab einem Wert von 130 gelten Menschen als hochbegabt (Quelle).

In einer Folge der derzeit wohl nerdigsten TV-Serie, The Big Bang Theory, spielte der große Woz sich selbst und traf in Sheldon Cooper auf den momentan wohl prominentesten seiner Artgenossen. Coopers IQ ist ähnlich hoch und wird mit 187 beziffert.

Ein relevanter Nerd aus bibliothekarischer Sicht ist Brewster Kahle, Technologe, Unternehmer, Internetpionier, Visionär und Philanthrop.

Kahle graduierte 1982 am MIT, am sagenumwobenen Massachusetts Institute of Technology und arbeitete mit Größen wie dem Nobelpreis-Gewinner Richard Feynman, artificial-intelligence guru Marvin Minsky und dem späteren Erfinder der Clock One, Daniel Hillis, zusammen. 1989 gründete er WAIS Inc. Da Kahle die Bedeutung von Bezahlsystem, Online-Privacy und Nutzer-Ratings begriffen hatte, lag er fast ein ganzes Jahrzehnt vor seinen Mitbewerbern (Quelle). Er verkaufte schließlich an AOL und gründete wenig später beinahe zeitgleich das gemeinnützige Internet Archive, das sich die Langzeitarchivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht hat und für ein offenes und freies Internet steht und den Online-Dienst Alexa Internet Inc., einem als Orientierungshilfe durch das Internet konzipierten Dienst. 1999 spülte der Alexa-Verkauf an den Internetriesen Amazon geschätzte 250 Mio. US-Dollar in die Kassen der Non-Profit-Organisation. Die dem Internet Archive zugedachten Dienste Wayback Machine und Open Library ließen sich mit diesem Geld finanzieren. Der bekanntere der beiden Dienste ist die Wayback Machine, eine Art Museum des Internets. Mehr als 500 Seitenzugriffe pro Sekunde bestätigen dies. Bequem lässt sich via Zeitstrahl so beispielsweise der Internetauftritt der Stadtbibliothek Wolfsburg vom 1. September 2006 ansteuern. Das Prozedere ist denkbar unkompliziert: Einfach die ehemalige Adresse www.stadtbibliothek.wolfsburg.de in das Suchformular eingeben – und die Reise kann beginnen. Doch wem nützt es eigentlich, überholte, veraltete und gelöschte Versionen von Internetseiten zu speichern? Nun, unsere Kinder werden nur aus jenem Wissen lernen können, das sie auch in die Finger kriegen. Alles, was nicht oder nicht mehr im Netz steht, fällt durch die Maschen. Viele unserer wichtigsten und besten Leistungen sind aber weiterhin in physischen Bibliotheken gefangen – oder hinter Bezahlschranken. Wir brauchen Zugang zu allen Büchern, aller Musik, allen Videos, allen Websites und aller Software, so Brewster Kahle in einem Interview mit der Zeit. 160218GrafikBlogpostSteffen

 

Eine umfangreiche Audiobibliothek, ein Filmarchiv und ein Livemusikarchiv mit Aufnahmen von mehreren Zehntausend Konzerten flankieren das Webseiten-Archiv und sind natürlich kostenlos zugänglich. Somit kommt Kahle seiner Intention, die weltgrößte, digitale Bibliothek zu formen, Schritt für Schritt näher. Ziel dieses Projektes ist es, einen Katalog zu jedem jemals erschienenen Buch zu schaffen und da, wo es möglich ist, zum Volltext zu verlinken (Quelle). Wow. Mehr als 100 Bibliotheken weltweit konnten dazu rekrutiert werden.

Überhaupt: Es sind Bibliothekare, die Kulturgut und geistiges Erbe einer Nation digital in die Zukunft führen, sie entwickeln spezielle Methoden für Datenstrukturen und Informationszugänge. Im Dienste einer offenen Gesellschaft arbeiten sie gemeinsam daran, analoge wie digitale Medien schrankenlos bereitzustellen (Quelle).

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