London für Anfänger (Teil 1)

Meine Freundin und ich sind auf dem Weg nach Berlin zu „Harry Potter in concert“. Wir unterhalten uns natürlich aufgeregt und voller Spannung, was uns wohl erwartet. Und wie immer landen wir bei unserem schon lang gehegten Traum einmal nach London zu fliegen und in die Warner Bros Studios zu fahren, um die Harry Potter Tour zu machen. Doch wie immer sagen wir „irgendwann machen wir das mal“.

Nachdem wir in Berlin angekommen sind, gehen wir natürlich erstmal in den Elbenwald. Man muss ja schließlich gucken, was es neues von Harry Potter Merchandise gibt und die Preise vergleichen, damit man nicht zu viel beim Fanshop auf dem Konzert bezahlt. Wir schauen, vergleichen und kommen mit den Verkäufern ins Gespräch. Und es ist wie ein Zeichen, den Sie sagen „In London gibt es viel mehr und cooleres Merch. Und die Tour ist mega!“ Wir lachen und verabschieden uns.

Beim Konzertgelände angekommen und durch die unglaublich nervenaufreibende Kontrolle, geht es natürlich gleich wieder zum Merchandisestand. Uns erwartet eine Vielfalt an Sachen, die wir nur hier bekommen und natürlich ist alles teuer, zum Leidwesen unseres Geldbeutels. Auch hier wieder ein Zeichen, die Verkäufer sind nicht nur irgendwo aus England, einer kommt aus London und ist selber Harry Potter Fan. Auch er erzählt uns wieder, wie toll doch die Tour ist. Als wir uns für die Getränke anstellen reden wir – natürlich rein hypothetisch – darüber, warum wir eigentlich nicht nach London, noch dieses Jahr, fliegen können. Uns fällt auf, die Liste ist kurz. Viel zu kurz, um in unser von Euphorie durchzogenes Hirn, ein nein zustande zu bringen. Wir beschließen gleich nächste Woche in ein Reisebüro zu gehen und mal zu sehen, wie teuer das eigentlich ist.

Als ich zuhause ankomme schlafe ich glückselig mit dem Gedanken ein, dass ich bald nach London fliege und die Harry Potter Tour mache.

Am Morgen danach fange ich mit den Vorbereitungen an. Denn mir fällt auf, dass ich die Filme auf Deutsch mitsprechen kann, aber auf Englisch sieht das wieder ganz anders aus. Eine Liste muss her! Gesagt, getan. Ich hole meine Harry Potter Sachen raus und schaue auch gleich in der App nach, was ich mir von der Arbeit ausleihen kann. Als ich damit fertig bin, kann ich den Montag kaum erwarten.

Am Montag auf der Arbeit, laufe ich schnurstracks zu den Reiseführern, danach geht es weiter zu den Sprachkursen und zu den Wörterbüchern. Als ich mit vollgepackten Armen zum Tresen komme, gucken meine Kollegen schon irritiert. Jetzt kommt der schwerste Teil, das Entscheiden. Meine Wahl sieht wie folgt aus: Reiseführer von Lonely planet – London (M1611786), Fettnäpfchenführer London: Ein Reiseknigge für das größte Dorf Englands von Michael Pohl (M142015), Langenscheidts Großes Zauberwörterbuch (M0108463), Langenscheidt Audio-Kurs Englisch (M1515076).

Als ich stolz meine Auswahl verbuche fragen mich meine Kollegen, was ich vorhabe. Ich erzähle ihnen von Berlin und der spontanen Entscheidung nach London zu fliegen. Nach Feierabend fange ich gleich an mich durch meine Auswahl zu arbeiten. Feststeht, ich sollte meine Englischkenntnisse auffrischen. Mit dem Audio-Kurs werde ich wohl jetzt jeden Tag eine Stunde üben. Abends vor dem Schlafen lese ich noch ein Kapitel im Buch Fettnäpfchenführer für London. Nach einer Weile merke ich, dass ich statt ein Kapitel schon vier gelesen habe und es längst Zeit zum Schlafen ist. Schnell lege ich das Buch bei Seite und mache das Licht aus.

Es ist Mittwoch und ich fiebere meinem Feierabend um 14 Uhr entgegen. Als es endlich so weit ist steige ich in mein Auto, mache den Soundtrack von Harry Potter an und los geht’s. Ich treffe meine Freundin vor dem Reisebüro, auch sie ist voller Vorfreude. Wir gehen rein und zwei Stunden später haben wir gebucht und können es immer noch nicht richtig glauben. Wir gehen zusammen etwas essen und ich zeige ihr meine Ausbeute von der Arbeit. Ihr gefällt, genau wie mir, Fettnäpfchen in London und da ich es gestern Abend durchgelesen habe, stört es mich nicht, dass sie mich fragt, ob sie heute mal rein lesen kann. Während wir auf unser Essen warten, blättern wir durch den Reiseführer und das Harry Potter Wörterbuch. Wir wählen schon mal aus, welche Attraktion wir an welchem Tag besuchen wollen. Klar ist:

  1. Tag: ankommen, Gegend ums Hotel erkunden, Bahnhof Kings Cross
  2. Tag: Harry Potter Tour
  3. Tag: Tower Bridge und Tower of London
  4. Tag: Camden Market, Harrods, im Hyde Park Fahrrad fahren
  5. Tag: Big Ben, auf der Themse Boot fahren, London Eye und London Dungeon
  6. Tag: Westminster Abbey, Rückflug

Als wir mit Planen, gegenseitigen Vorlesen der interessantesten Stellen aus den Büchern und dem Essen fertig sind, verabschieden wir uns und die Vorfreude wird immer größer. Auf der Rückfahrt wird mir klar, dass es nur noch 30 Tage sind bis es los geht und ich kann nicht mehr aufhören zu grinsen.

30 Tage später…

Es ist zwei Uhr morgens, ich habe nicht wirklich schlafen können und bin mega nervös. Mein Koffer ist im Auto und mein Mann fährt mich zum Bahnhof nach Braunschweig, wo meine Freundin mit ihrem Freund auf uns wartet. Die Männer begrüßen sich leidend, während wir gar nicht aufhören können nervös und überdreht zu quatschen. Die Männer bringen uns zum Gleis, wir steigen ein und es geht wirklich los. Ich kann es kaum fassen, bin noch nervöser und bin froh, dass es meiner Freundin auch so geht. Als wir in Hannover ankommen, müssen wir 20 Minuten auf unsere S-Bahn warten und holen uns erstmal einen Kaffee. Wieder zurück am Gleis machen wir unser erstes Selfie und schicken es an unsere Mütter, die sich schon vor der Reise große Sorgen machten.

Als wir am Flughafen und an unserem Terminal eintreffen haben wir noch drei Stunden Zeit bis zum Abflug und ich hole bei der Gelegenheit nochmal den Reiseführer und das Harry Potter Wörterbuch raus. Jetzt wo wir am Terminal sind geht es mit der Nervosität und was lenkt am besten vom Warten ab, als zu lesen? Als es Zeit zum Einchecken ist bin ich wieder super nervös, was kein Wunder ist. Ich fliege erst das zweite Mal in den Urlaub. Und fliegen ist nicht meine liebste Art des Reisens. Im Flugzeug steigt meine Nervosität noch mehr an, ich dachte nicht, dass das noch geht. Meine Freundin amüsiert sich auf meine Kosten und ich denke mir nur, “oh man, hoffentlich muss ich mich beim Start nicht übergeben“.

Ich habe Glück, weder beim Start noch bei der Landung. Das macht mich stolz und ich kann es kaum glauben, ich bin in LONDON. Jetzt müssen wir es nur zum Hotel schaffen. Die Bewährungsprobe des Sprachkurses, bestanden. Wir haben Tickets für den Bus gekauft und eine Wegbeschreibung zum Hotel. In dem Moment bin ich froh, dass ich mein Englisch mit dem Sprachkurs nochmal aufgefrischt habe. Nach einer laaaangen Busfahrt mit vielen Oldies, die der Busfahrer mitsummt und singt, wobei wir tausend Tode starben, weil rote Ampeln für Fußgänger nicht das Gleiche wie bei uns zu bedeuten haben, kommen wir in unserem Stadtteil an. Nach weiteren 15 Minuten zu Fuß haben wir unser Hotel erreicht. Wir checken ein und suchen unser Zimmer. Es ist sauber, wir packen nur das nötigste aus und frischen uns auf. Nun nur noch den obligatorischen Tourirucksack packen, wobei der Reiseführer nicht fehlen darf. Und los geht’s. Durch den Reiseführer wissen wir schon, dass wir mit dem Bus hinkommen, aber wir entscheiden uns für die U-Bahn. Die berühmte Londoner Underground. Wie ich im Reiseführer und in Fettnäpfchen für London gelesenen habe, holen wir erstmal die Oystercard, damit wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können. Jetzt suchen wir nur noch die richtige Bahn. Wir steigen ein und verfahren uns. Verlaufen, sonst wo in London und schon höre ich die Stimme meiner Mama, die sich Sorgen macht… Gut, dass ich den Reiseführer mithabe, denn er hat nicht nur einen Stadtplan und einen Busplan, sondern auch einen Plan der Underground. Wir probieren es nochmal mit Hilfe des Planes und schaffen es nach Kings Cross. Jetzt haben wir das Gefühl, dass unsere Harry Potter Erkundung beginnt… .

Wie unser erster Tag in London war und was wir alles erlebt haben, folgt im nächsten Teil.

Ich kann auf jeden Fall sagen, wer mal nach London reisen möchte und einen guten Reiseführer braucht, ist mit dem von Lonely planet London (M1611786) gut auf gestellt. Ich war sehr zufrieden und fand es toll, dass man nicht nur den Stadtplan, sondern auch Bus und Underground Plan mit drin hat. Fettnäpfchen für London (M1420915) ist ein lustiger, unterhaltsamer und informativer Reisebericht eines Journalisten und egal, ob man nach London will, war oder vielleicht auch nur darüber lesen möchte, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Der Audio-Sprachkurs von Langenscheidt ist für alle, die selbstlernen und auffrischen wollen, gut geeignet. Ich bin sehr froh, dass ich vorher nochmal meine Kenntnisse aufgefrischt habe. So und jetzt für die Harry Potter Fans und Interessierten. Wir haben eine ganze Menge Harry Potter Bücher, CDs, DVDs, Blu-Rays und Spiele. Das Harry Potter Wörterbuch von Langenscheidt (M0108463) kann ich jedem empfehlen, der mehr über die Hintergründe wissen möchte. Z.B. warum die Dursleys Dursley heißen und dass der Zauber „Stupor!“ auf Englisch „Stupefy!“ heißt und beides „betäuben“ bedeutet. Ich habe mit anderen Fans fachsimpeln können und mit ein paar Sachen aus dem Buch sogar Fans überraschen können. Also sehr lesenswert.

Lina M.

1 Comment

  1. Ein schöner Artikel. Danke fürs Teilhabenlassen.

    In der British Library ist derzeit eine HP-Ausstellung mit allem, was in den letzten 20 Jahren Kurioses um die Geschichten aufgetaucht ist.
    Fans, die lieber Spazierengehen, können sich einem London-Walk zu den Drehorten anschließen.
    Auf meiner Liste steht noch Oxford, wo man den Speisesaal von Hogwarts bestaunen kann. Ob es sich lohnt, lest ihr dann im Januar auf meinem Blog.

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