Medientipp: Schiffbruch mit Tiger

Als Yann Martels Life of Pi (zu Deutsch: Schiffbruch mit Tiger) 2001 erschien, eroberte er die Herzen der Kritiker im Sturm – kein Wunder, dass er im Folgejahr die wohl wichtigste literarische Auszeichnung Großbritanniens, den renommierten Booker Prize, gewann. 2012 geriet Martels Werk erneut ins Zentrum der Öffentlichkeit, als Regisseur und Oscarpreisträger Ang Lee diese fantatische Geschichte endlich auch auf die Kinoleinwände brachte.

Die Geschichte beginnt harmlos: Die indische Familie Patel – Vater, Mutter und die Söhne Ravi und Pi – betreibt einen Zoo, der allerdings nur schlecht besucht wird. Aus Angst vor dem wirtschaftlischen Aus beschließt die Familie, nach Kanada auszuwandern und begibt sich mitsamt den Zootieren auf eine transpazifische Schifffahrt.

Doch alles kommt anders als geplant: Während eines heftigen Sturms sinkt das Boot, und allein Pi schafft es,  sich vom kenternden Schiff auf ein kleines Beiboot zu retten. Doch dort er ist nicht allein,  außer ihm haben auch einige Zootiere auf dem Boot Zuflucht gesucht – darunter auch ein bengalischer Tiger! Was als gewöhnliche Kreuzfahrt beginnt entwickelt sich nun zu einer atemberaubenden Überlebens-geschichte. Wie will Pi es bloß schaffen, sich aus dieser präkeren Lage zu befreien?

Schiffbruch_mit_Tiger
Szene aus dem Film “Life of Pi”

Als jemand, der sowohl Buch als auch als Film kennenlernen durfte, kann ich mich den vielen positiven Kritiken und Rezensionen, die diese wundervolle Geschichte erhalten hat, nur anschliessen. Sowohl Film als auch Buch bestechen mit mit ihrem unglaublich detailierten Erzählstil – ich habe größten Respekt vor Ang Lee, der es doch tatsächlich geschafft hat, dieses eigentlich als unverfilmbar geltende Werk visuell umzusetzen.

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen – zum Ende hin schlägt die Geschichte sogar eine schon fast philosophische Richtung ein und spielt dabei stark auf Lessings berühmte Ringparabel an. Ob man diese ungewöhnliche, allzeit spannde Erzählung nun am Ende aber metaphorisch oder wortwörtlich verstanden haben will – Life of Pi erzählt eine Geschichte, mit der man sich auseinander gesetzt haben sollte.

Beide Adaptionen, Film und Buch, können selbstverständlich in der Stadtbibliothek entliehen werden.

Maximilian Carlos Kopp

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