Ich bin ein Geschichtenerzähler. Ich will nicht die Welt verändern. Geschichten will ich erzählen.

Otfried Preußler, einer der namhaftesten deutschen Kinderbuchautoren ist am 18. Februar 2013 im Alter von 89 Jahren in Prien am Chiemsee gestorben.

© epa/Francis Koenig/dpa
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Seine  Bücher haben eine Gesamtauflage im zweistelligen Millionenbereich erzielt.

Seine Werke wie “Die kleine Hexe”, “Der Räuber Hotzenplotz” oder “Krabat” sind weltweit präsent, auch in zahlreichen Hörspielbearbeitungen und Verfilmungen. Er zählt zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern überhaupt.

Mit den Büchern des Autors sind mehrere Generationen von Kindern aufgewachsen.

Wir sehen sie alle vor uns: Kasper, Seppel, die kleine Hexe, Gespenst und Wassermann, die Großmutter mit ihrer Kaffeemühle und Wachtmeister Dimpfelmoser auf dem Fahrrad, den verwarzten Petrosilius Zwackelmann, den düsteren Müller und die Krähen und hinterdrein, mit dröhnendem Lachen, auch den struppigen Räuber Hotzenplotz, seine Pfefferpistole im Anschlag.

Diese ganz besonderen Gestalten sind allen vertraut, die mit diesen Büchern groß geworden sind. Otfried Preußler war ein unbeirrbarer Fantast, der große Verzauberer, das “Einmanntheater vor lebendigem Publikum”, wie er sich selbst manchmal nannte. Er wollte Geschichten erzählen, die die der Phantasie Nahrung geben und Kindern auf dem Weg der Poesie helfen, mit mancherlei Ängsten besser fertig zu werden. Im Kind sah er ein Publikum, das nicht überrumpelt, sondern gewonnen werden will, das man in seiner besonderen Weltsicht ernst nehmen, das man verstehen muss, bevor man anfängt für es zu erzählen.

Es war sein Humor, seine meisterlichen Dialoge, eine Erzählerstimme, die einen sofort in ihren Bann schlägt und  diese Bereitschaft, Kinder bedingungslos ernst zu nehmen , die Preußlers Werken einen generationenübergreifenden Erfolg bescheren sollten.

Preußler avancierte zu einem der bedeutendsten Kinder- und Jugendbuchautoren unserer Zeit, er heimste Ehrungen en masse ein, die Kinder lieben ihn. Seine  Bücher gelten schon heute als Kinderbuchklassiker, werden geliebt und immer wieder (vor-)gelesen .Krabat

Preußler, geboren 1923 im böhmischen Reichenberg, Sohn einer Lehrerfamilie ist selbst aufgewachsen mit den Märchen seiner Familie. Er erzählte die in der Kindheit begonnenen Geschichten weiter. Es waren Erlebnisse und Erinnerungen, nicht selten angereichert durch Elemente aus slawischen Erzählungen oder deutschen Sagen. 1956 entwickelt er eine Geschichte seiner böhmischen Kindheit weiter und schickt das Manuskript an einen Verlag: “Der Kleine Wassermann”. Im Folgejahr gewinnt er damit den Deutschen Jugendbuchpreis. “Das kleine Gespenst” (1966) basiert auf einer Erzählung seiner Großmutter, innerhalb kürzester Zeit erntet er damit Erfolg und Anerkennung.

Es folgen “Räuber Hotzenplotz” und “Die kleine Hexe”, die zu den meistgespielten Stücken des Kindertheaters und nach wie vor zu den Dauerhits unter den Tonträgern für Kinder zählen.

An seinem Werk “Krabat” (1971), das Preußler als sein “Lebensbuch” bezeichnete, quält er sich zehn Jahre lang ab: Immer wieder lässt er es liegen, will es sogar ganz aufgeben, nimmt die Arbeit schließlich wieder auf. Die Geschichte beruht auf einer sorbischen Sage und erzählt von einem Müllerburschen, der in den Bann schwarzer Magie gerät, aus dem ihn nur Freundschaft und Liebe befreien können.

Von seinem Meisterwerk “Krabat” sagt: “Es ist die Geschichte eines jungen Menschen, der sich mit finsteren Mächten einlässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf er sich eingelassen hat. Es ist zugleich die Geschichte meiner Generation.”

Das Buch wird ein Welterfolg, in 31 Sprachen übersetzt und bringt ihm den Deutschen und den Europäischen Jugendbuchpreis ein. 2008  wird Krabat von  Markus Kreuzpaintner Brühl und Robert Stadlober verfilmt. Die Verfilmung vom “Kleinen Gespenst” durch den Münchner Filmproduzenten Jakob Claussen, die im Oktober 2013 in den Kinos startet, wird er nun nicht mehr erleben.Räuber Hotzenplotz

Bestimmt werden sich aber weiter Kinder und auch (vorlesende ) Erwachsene an den wunderbaren Geschichten Otfried Preußlers erfreuen.

Die Bücher Otfried Preußlers, ebenso Vertonungen und Verfilmungen können in der Stadtbibliothek entliehen werden.

Wer noch mehr über Otfried Preußler erfahren möchte, kann in der Zentrale der Stadtbibliothek bei Pyk von Preußler  den Titel „Ich bin ein Geschichtenerzähler“ finden.

In biografischen Texten, Essays und Vorträgen erzählt er von seinem Leben und seinem Werdegang als Schriftsteller.

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