Lesung am Mittwoch, 14.11.2012 in der Stadtteilbibliothek Detmerode. In Kooperation mit der VHS und dem Detmeroder Kulturverein

Siegfried Lenz zählt seit langem zu einem der bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Sein literarisch unvergleichliches Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht und alle Preise rühmten das unerschrockene Engagement des Autors. Seine Werke sind Bilder einer Epoche.
So auch der 1968 erschienene Roman „Deutschstunde“, dessen zentrales Thema die Verquickung von Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus ist.
Aus diesem Buch las der ehemalige Kultur-Geschäftsbereichsleiter der Stadt, Günter Pawel, zuerst vor.
Danach folgten Passagen aus dem Buch „Geist der Mirabelle“. In dieser Erzählung geht es um Geschichten aus Bollerup, einem kleinen Dorf an der Ostsee, in dem fast alle Einwohner den gleichen Nachnamen haben, nämlich Feddersen.
Um sich gelegentlich voneinander zu unterscheiden, haben sich die Einwohner Zusatznamen gegeben: die Kneifzange zum Beispiel, der Schinken-Peter, der Dorsch oder die Schildkröte.

Man sieht, Bollerup hat seine Eigenheiten. Zu ihnen gehört zweifellos auch der selbstgebraute Mirabellengeist. Er produziert seltsame, krummwüchsige Gedanken, aber auch erstaunliche Einfälle, er prägt sogar Charaktere. Und von ihnen erzählt Siegfried Lenz in diesen zwölf Geschichten und knüpft damit an seine berühmten Erzählungen aus Suleyken an.
Aus diesem Lieblingsbuch Günter Pawels „So zärtlich war Suleyken“ las er zum Schluss noch zwei Kurzgeschichten vor.
Mit diesen warmherzigen Schilderungen der Dorfbewohner Suleykens und der wunderschönen Landschaft Masurens in Polen hat der Schriftsteller Siegfried Lenz dem Ort ein Denkmal gesetzt.

Mit seiner Lesung begeisterte Günter Pawel die zahlreichen Zuhörer.

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