„Wissensräume für die Zukunft –Bibliotheken verändern sich“

so lautete das Motto einer öffentlichen Informationsveranstaltung, zu der der Geschäftsbereich Kultur und Bildung interessierte Bürger am 25. Januar in das Aaltohaus Wolfsburg eingeladen hatte.

Prof. Dr. Richard Stang („Lernende Bibliotheken im Netzwerk des Wissens“´)  und Olaf Eigenbrodt („Zukunft denken – Architektur des Wissens“) waren die beiden Referenten des Abends, die Moderation übernahm die Journalistin und TV-Moderatorin Nicole Krieger.

Olaf Eigenbrodt, Nicole Krieger und Prof. Richard Stang (v.l.n.r.)
Olaf Eigenbrodt, Nicole Krieger und Prof. Richard Stang (v.l.n.r.)

Wissens- und Bildungsgesellschaft, informelles und lebenslanges Lernen,  – das waren nur einige der Schlagworte des Abends. Welche Anforderungen resultieren daraus für den Einzelnen? In erster Linie aber die Frage: in welcher Weise werden die Institutionen in der Wissens- und Kulturvermittlung und deren Mitarbeiter durch die Veränderungen in der Wissensgesellschaft gefordert? Welche Kompetenzen sind in Zukunft vonnöten? Welche Chancen ergeben sich aber auch daraus für die Bildungsorganisationen?

Professor Richard Stang umriss die Dynamisierung der technischen Entwicklung. Der Leitsatz des Lebenslangen Lernens sei mittlerweile sogar ein „Lernzwang“, das Lernen nicht mehr starr an bestimmte Institutionen und vorgefertigte Inhalte gebunden („Was muss ich wissen, um gebildet zu sein?“), sondern informell, d.h. gelernt wird in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und Konstellationen im Leben, wobei die individuellen Bildungsbiographien eine immer größere Rolle spielen.

Es müsse vom Bürger aus gedacht und ein individueller Zugang zu Wissen und Bildung mit neuen Lehr- und Lernformen ermöglicht werden. Alle Bevölkerungsschichten hätten ein Recht auf Bildung, daher seien gute und flexible Übergänge im Bildungsbereich wichtig.

Institutionelle Veränderungen in Richtung auf ein Zusammengehen von Bildungsorganisationen z.B. in Bildungslandschaften seien eine Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten, so schilderte Professor Stang seine Erfahrungen aus der Begleitung zahlreicher Projekte in diesem Bereich.

In den neu zu schaffenden Lernorten würde sich auch die Rolle der Mitarbeiter weiterentwickeln zu Lernberatern („Wissenscoach“), die die Menschen bei der Auswahl von Methoden und Werkzeugen zum Wissenserwerb beraten und unterstützen. Beim Erwerb von Wissen also, das sie für eine sich immer schneller wandelnde Arbeitswelt benötigen.

Olaf Eigenbrodt vervollständigte Professor Stangs Ausführungen,  indem er zahlreiche Beispiele für neue (und gelungene) Bibliotheksbauten und Bildungslandschaften vorführte.

Trotz zunehmender Digitalisierung und  in der Konsequenz weniger physischen Medien und Bibliotheksregalen, bekommen die Bibliotheken einen zusätzlichen Platzbedarf durch zusätzliche Funktionen. Der Bedarf nach einem realen Treffpunkt, der den individuellen Informations- und Kommunikationsbedürfnissen in der Wissensgesellschaft Rechnung trägt, sei sehr groß, da die veränderten virtuellen Kommunikationsformen einen gesteigerten Bedarf nach realen Treffpunkten zur Folge hätten.

In Zukunft würde es also in Bibliotheken nicht heißen: „Wieviele Medien werden pro Einwohner gebraucht, sondern wieviel Quadradmeter (Aktions- oder Aufenthalts-)Fläche?“

Uwe Nüstedt

1 Comment

  1. Guten Tag,

    also eine der interessantesten Bemerkungen des Abends, der für mich eher den Eindruck einer verkaufsveranstaltung hatte, kam von unserem Ratsherrn Frank-Helmut Zaddach. Er sprach in seinem letzten Wort des Abends von einer Art Schulbibliothek der Moderne, die auf die anderen ( in aller Welt? ) ihren Einfluß haben könnte. So ungefähr. Weiß Herr Zaddach mhr, als uns gesagt wird. Soll die neue Bibliothek der neue Leuchtturm von frau Thomas werden, wird diese Bibliothek, der Wissensturm aus VHS, Kulturbürokratensilo und Bibliothek das Kernstück im Campus werden. Und ist das Alvar Aalto-Kulturhaus schon abgeschrieben. Als staubiger Standort des städt. Archivs ? Ich glaube, wir Bürger werden wieder einmal betrogen und man kommt sich ja so schlau bei seinem Tun vo. Falscher Eindruck? Ich glaube nicht.
    Tschüs Herr Nüstedt.

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